1941
Birkengruppe
1941

Otto Modersohn

Soest 1865 - 1943 Rotenburg/W.

Öl auf Leinwand, 60 x 50 cm, unten rechts signiert und datiert (19)41.

Werkverzeichnis WV-OM-SW 1941, Nr. 167.
Mit aktueller Echtheitsbestätigung des Otto-Modersohn-Museums in Fischerhude.

Provenienz:
Nachlass Otto Modersohn
an Elsbeth Modersohn, Liste der Nachlassteilung Nr. 15 „Birken“
verkauft in den 1950er Jahren in Privatbesitz, Minden.

Preis: € 26.000

 

Die Entstehung dieses für das Spätwerk seltenen und bedeutenden Sujets erklärt Otto Modersohn selbst mit einem Verweis im Schreibkalender von 1941 auf eine Vorlage, die auf die 1900er Jahre datiert.

In jener Zeit setzt sich der Künstler immer wieder mit Solitären oder Gruppen von Birken auseinander. Dabei lehnt Modersohn eine bloße Wiedergabe der Natur ab, sondern will sie umformen, mit seiner Phantasie erfüllen. „Das Wichtigste von allem ist aber das Persönliche, es muss ein Stück von einem geworden sein, alles muss durch Kopf und Herz gegangen sein„ schreibt Otto Modersohn am 13. März 1910 in sein Tagebuch.

 

Biografie:

Das Werk Otto Modersohns wird in drei Hauptabschnitte unterteilt:
Jugend und Akademiezeit werden unter dem Begriff "Frühwerk - Westfalen" zusammengefasst.
"Worpswede" setzt mit der Entdeckung dieses Ortes durch Fritz Mackensen und Otto Modersohn im Sommer 1889 ein.
"Fischerhude" beinhaltet die Jahre nach 1908. Diese Zeit schließt jene Bilder ein, die während Modersohns Reisen nach Franken in den zwanziger Jahren und seiner Aufenthalte in seinem Haus im Allgäu ab 1930 entstanden.

Bekannt wurde Otto Modersohn als Mitbegründer der Künstlerkolonie Worpswede.

Er hat ein umfangreiches malerisches und zeichnerisches Werk hinterlassen, welches in der Tradition der französischen Freilichtmalerei des 19. Jahrhundert, der Schule von Barbizon, steht.

Bereits früh revoltierte Modersohn gegen den Akademismus und entwickelte sich zu einem unabhängigen Einzelgänger, der seine künstlerischen Ziele mit den Begriffen Einfachheit, Intimität und Innerlichkeit definierte und seine kreative Kraft aus der geistigen Versenkung in die Natur schöpfte.

1884 begann er das Kunststudium an der Kunstakademie Düsseldorf. 1888 wechselte er zur Kunstakademie Karlsruhe in die Klasse von Hermann Baisch.

Im Juli 1889 reiste Otto Modersohn mit Fritz Mackensen zum ersten Mal nach Worpswede. Hans am Ende folgte im August nach. 1893 trafen Fritz Overbeck und 1894 Heinrich Vogeler, ebenfalls Studenten der Düsseldorfer Akademie, ein.

1895 stellten die Worpsweder zum ersten Mal als Künstlergruppe in der Bremer Kunsthalle aus. Von der Presse als "Apostel des Hässlichen" beschimpft, wurden doch zwei Werke für die Sammlung angekauft. Anschließend erlebten die fünf Worpsweder im Münchener Glaspalast ihren ersten großen Erfolg und den nationalen sowie internationalen Durchbruch. Sie wurden als "das europäische Ereignis" gefeiert.

Otto Modersohns großformatiges Gemälde „Sturm im Teufelsmoor“ von 1895 wurde von der Neuen Pinakothek in München angekauft und gilt seit dem 22. August 1938 als verschollen.

1897 gründete die Malergruppe die Künstlervereinigung Worpswede. Im gleichen Jahr ging Otto Modersohn die Ehe mit der Bremer Kaufmannstochter Helene Schröder (1868-1900) ein, die ihm 1898 eine Tochter, Elsbeth (1898-1984), gebar.

1899 trat er aus der Künstlervereinigung wieder aus. Er kämpfte „für die persönliche, individuelle Freiheit“ jedes Einzelnen in der Kunst, wie er es in seinem Austrittsschreiben am 25. Juli 1899 formulierte.

1900 starb nach langer, schwerer Krankheit seine erste Frau. In diese Zeit fällt die Freundschaft mit Rainer Maria Rilke und Carl Hauptmann.

1901 heiratete er die Malerin Paula Becker, die kurz nach der Geburt der Tochter Mathilde (Tille Modersohn, 1907-1998) an einer Embolie starb.

Auch die folgenden 36 Schaffensjahre an der Seite seiner dritten Frau Louise Breling (1883–1950), Tochter des Malers Heinrich Breling, mit der er zwei Söhne hatte, Ulrich Modersohn (1913–1943) und Christian Modersohn (1916–2009), waren nach der Übersiedelung von Worpswede (1908) und den Sommermonaten von 1930-36 im Allgäu von intensiver Arbeit geprägt.