1925/26
Der Frühling
1925/26

Fritz Klimsch

1870 Frankfurt a. M. - 1960 Freiburg

Bronze, grünbraun patiniert. Guss nach 1945. H 179,5 cm. Braun Nr. 134. Monogrammiert auf der Plinthe: FK , darunter Gießerstempel H. NOACK BERLIN.

Literatur
Uli Klimsch, Fritz Klimsch - Die Welt des Bildhauers, Berlin 1938, S. 66, Abb. S 73.
Braun, Hermann: Fritz Klimsch - Werke, Hannover, 1980, S. 63, Nr. 23, Abb. S. 62.
Braun, Hermann: Eine Dokumentation, Hermann Braun, Köln, 1991, Nr. 134, Abb. S. 186

Provenienz: Privatsammlung Viersen, Nordrhein-Westfalen

Preis: auf Anfrage

 

Ausstellungen
Kollektivausstellung der Preußischen Akademie der Künste, Berlin 1926 (gezeigt wurde das Gipsmodell);
Herbst - Ausstellung, Preußische Akademie der Künste, Berlin 1932, S. 21, Nr. 249;
"Fritz Klimsch - Plastik", Sonderausstellung Berlin 1938, Nr. 11 (Gipsmodell).

Die Bronze "DER FRÜHLING" war der erste Stehende Mädchenakt von Klimsch. Danach folgten im Reigen die "Eva", "In Wind und Sonne" und die "Jugend". Den genannten Werken ist gemeinsam eine besondere Nuancierung von Empfindungen und Ausdruck. Sie zeigen entsprechend in der formalen Anlage von Geste und Gebärde ein weites Spektrum.

 

BIOGRAFIE

Fritz Klimsch erhält seine Ausbildung an der Königlichen Akademischen Hochschule für die bildenden Künste zu Berlin in der Zeichenklasse bei Ernst Hancke und in der Modellierklasse bei Albert Wolff. Von 1887-1890 ist er Schüler von Fritz Schaper.

Schon während des Studiums entstehen erste bedeutende Arbeiten. Der junge Bildhauer gewinnt Preise und damit erste Bekanntheit.

Auf seiner Hochzeitsreise nach Paris lernt Klimsch die Werke von Auguste Rodin kennen. Sie beeindrucken und beeinflussen ihn in ihrer großen Lebendigkeit in Form und Ausdruck sehr.
Zusätzliche Einflüsse erhält Klimsch durch die Arbeiten von Adolf von Hildebrand. Von Hildebrand ergänzt Rodins Lebendigkeit durch Architektonik und Statik und schafft so den Ausgleich, den Fritz Klimsch in seiner eigenen Bildhauerei als wichtig empfindet.

1898 gründet der Bildhauer mit Max Liebermann und Walter Leistikow die Berliner Sezession, auf deren Ausstellungen er zukünftig regelmäßig vertreten ist.
Reisen nach Italien und Griechenland prägen seinen Stil nachhaltig. Mit Porträtarbeiten, Denk- und Grabmälern sowie Frauenakten, ist Klimsch in der Folgezeit außerordentlich erfolgreich. Der Bildhauer fertigt zahlreiche Porträts von Persönlichkeiten des kulturellen und politischen Lebens (u. a. Ludwig Thoma, Lovis Corinth, Max Liebermann, Max Slevogt, Paul von Hindenburg).
Mitglied der Preußischen Akademie der Künste wird Fritz Klimsch 1912 und 1916 Senator derselben. Fritz Klimsch erhält 1921 eine Berufung an die Akademische Hochschule für bildende Künste, wo er 1935 als Leiter des Meisterateliers in den Ruhestand versetzt wird.

Nach dem Krieg lässt sich der Künstler im Schwarzwald nieder, wo er zurückgezogen lebt und nur noch wenige, kleinformatige Werke schafft. Das Große Bundesverdienstkreuz erhält Fritz Klimsch 1960 und verstirbt im selben Jahr.